Wenn Sie das hier gerade lesen, ist es wahrscheinlich eben passiert. Zuerst das Wichtigste: Sie haben Zeit. Nicht Tage, aber Stunden. Sie müssen jetzt nichts sofort entscheiden.
Die erste Stunde: gar nichts
Setzen Sie sich hin. Bleiben Sie bei Ihrem Tier, so lange Sie möchten. Viele Menschen berichten später, dass diese stille Zeit das Wichtigste war – und dass sie froh sind, sich nicht sofort um Organisation gekümmert zu haben.
Rufen Sie jemanden an, wenn Sie nicht allein sein wollen. Es gibt in diesem Moment nichts zu erledigen, was nicht warten kann.
Was Sie in den ersten Stunden wissen sollten
Ein paar Stunden nach dem Tod setzt die Totenstarre ein. Solange der Körper noch beweglich ist, können Sie Ihr Tier in eine natürliche, entspannte Haltung bringen – zusammengerollt, wie im Schlaf. Später ist das nicht mehr möglich.
- Legen Sie eine Decke oder ein Handtuch unter. Nach dem Tod können Flüssigkeiten austreten – das ist normal und kein Grund zur Sorge.
- Legen Sie Ihr Tier an einen kühlen Ort: ein ungeheizter Raum, ein Kellerraum, im Winter der Balkon. Je kühler, desto mehr Zeit haben Sie.
- Kühlelemente helfen zusätzlich – in ein Tuch gewickelt, nicht direkt auf das Fell.
Im Sommer sollten Sie sich innerhalb von etwa 24 Stunden entscheiden, im Winter haben Sie länger.
Die Tierarztpraxis informieren
Rufen Sie in Ihrer Praxis an – auch wenn Ihr Tier zu Hause gestorben ist. Dort wird der Tod bestätigt und auf Wunsch eine Bescheinigung ausgestellt.
Dieses Papier brauchen Sie später: für die Abmeldung der Hundesteuer und für die Kündigung von Versicherungen. Erfolgt die Kündigung zeitnah, werden zu viel gezahlte Beiträge oft anteilig erstattet.
Die Praxis kann Ihnen außerdem meist gleich sagen, mit welchem Tierbestatter oder Krematorium sie zusammenarbeitet.
Andere Tiere im Haushalt
Lassen Sie die übrigen Tiere zu Ihrem verstorbenen Tier. Sie dürfen schnuppern und begreifen, was geschehen ist.
Tiere, die einen Gefährten von einem Tag auf den anderen vermissen, ohne ihn gesehen zu haben, suchen oft wochenlang nach ihm. Der Abschied hilft ihnen – so schwer es für Sie in diesem Moment ist.
Kinder
Schließen Sie Kinder nicht aus. Wer sich verabschieden darf, begreift besser, was passiert ist. Zwingen Sie aber niemanden dazu – fragen Sie, und akzeptieren Sie beide Antworten.
Mehr dazu in unserem Beitrag Wie erkläre ich meinem Kind, dass unser Haustier gestorben ist?
Die vier Wege
- Einäscherung im Tierkrematorium. Der häufigste Weg. Nur bei einer Einzeleinäscherung erhalten Sie die Asche zurück.
- Tierfriedhof. Ein eigenes Grab mit festem Ort, gegen eine laufende Gebühr.
- Bestattung im eigenen Garten. Unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt – eigenes Grundstück, kein Wasserschutzgebiet, mindestens 50 cm Erde über dem Tier.
- Tierkörperbeseitigung über die Praxis. Die günstigste Variante, aber ohne Abschied und ohne Rückgabe.
Wenn Sie die Asche behalten möchten, müssen Sie die Einzeleinäscherung ausdrücklich beauftragen und schriftlich festhalten lassen. Bei einer Sammeleinäscherung ist eine Rückgabe später nicht mehr möglich.
Wenn Sie unsicher sind: Entscheiden Sie sich für die Einzeleinäscherung. Verstreuen oder beisetzen können Sie die Asche später immer noch – umgekehrt geht es nicht.
Mehr dazu: Einzel- oder Sammeleinäscherung?
Abholung oder selbst hinfahren?
Die meisten Tierbestatter holen ab – zu Hause oder in der Praxis, viele auch am Wochenende. Das kostet extra, nimmt Ihnen aber einen schweren Weg ab.
Sie dürfen Ihr Tier auch selbst zum Krematorium bringen. Manche Menschen empfinden genau das als richtigen letzten Weg. Rufen Sie vorher an und fragen Sie nach den Zeiten.
Fragen Sie in jedem Fall nach einer Gesamtaufstellung der Kosten. Abholung, Überführung und Urne kommen häufig zum Grundpreis hinzu.
Bevor Ihr Tier geht
Ein paar Dinge lassen sich später nicht mehr nachholen. Wenn Sie mögen:
- Eine Fellsträhne abschneiden
- Einen Pfotenabdruck nehmen – viele Krematorien und Praxen machen das auf Anfrage
- Ein letztes Foto
- Etwas mitgeben: ein Lieblingsspielzeug, einen Brief, eine Blume
Es fühlt sich in diesem Moment vielleicht seltsam an. Sehr viele Menschen sind später froh, es getan zu haben.
In den nächsten Tagen
Wenn das Dringendste erledigt ist, bleiben ein paar organisatorische Dinge: Hundesteuer abmelden, Versicherungen kündigen, Haustierregister informieren, Futter-Abo stoppen.
Die vollständige Liste finden Sie hier: Was mache ich mit den Sachen meines Tieres?
Wenn die Asche zu Ihnen zurückkommt: Für die Asche eines Tieres gibt es in Deutschland keinen Friedhofszwang. Sie dürfen frei entscheiden, wo Ihr Tier bleibt. Welche Urnengröße passt, finden Sie über unsere Seite Urnengröße finden – oder schreiben Sie uns einfach, wir helfen bei der Auswahl.
Zur Trauer
Der Verlust eines Tieres kann so schwer wiegen wie der eines Menschen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Umgebung das nicht gelten lässt: Es ist berechtigt.
Wenn Sie über längere Zeit nicht zur Ruhe kommen, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder suchen Sie eine Tiertrauerbegleitung. Die Telefonseelsorge ist unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 rund um die Uhr kostenfrei erreichbar – auch bei Tiertrauer.
Sie müssen heute nicht alles richtig machen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen – der Rest lässt sich regeln. 🤍